Die erste Geschichtliche Erwähnung 

Vor 1200 Jahren schrieb ein unbekannter Mönch im Kloster Lorsch eine Schenkungsurkunde. Für ihn war das eine ganz alltägliche Routinearbeit. Am 16. August 792 jedoch schrieb er zwei Worte auf sein Papier: Düdelsheim und Enzheim. Mit diesen wenigen Schriftzeichen aber hat er  Düdelsheim und Enzheim seine Identität gegeben. (Erst beim Erstellen der Festschrift 1992  zur 1200 Jahrfeier wurde eine Urkunde entdeckt, die Enzheim schon im Jahr 773 erwähnt).

Urkunde von 792 (Bayrisches Staatsarchiv) 

Die Aufzeichnung der Schenkungsurkunde lautet:

In Christi nomine sub die XVII kl.sep., anno XXIIII Karoli regis ego Hunolt pro remedio anime Haruc dono ads (anctum) N(azarium) mrem. qui requiescit in corpore in pago renensi in monaterio laurissamensi vel an illam sactam cogregationem monachorum que ibidem sub venerabilis Richbondone abbate deservire videtur donatumque in perpetuum esse volo et promtissima voluntate confirmo in pago Wetereiba in villa Dudilesheim et in Ansuinesheim V iurnales de terra aratoria a die presenti dono trado autque transfundo perpetualiter ad possidendum stipulatione subnixa. Actum monasterio laurish. t(empore) q(uo) s(upra).........Übersetzung folgt

Urkunde von 773 (Bayrisches Staatsarchiv) 

Die eigentliche Gründung der Siedlung dürfte aber zweihundert Jahre früher anzusetzen sein. Sie erfolgte im Zusammenhang mit der Übernahme des Glaubergs durch die Franken im 6. Jahrhundert. Nach den Forschungen von K. Demandt haben nach 260 die Allemanneu die Römer aus der Wetterau verdrängt und die Bergfestung des Glaubergs als Herrschaftssitz eines Kleinkönigs benutzt. Auf dem Bergrücken zwischen Nidda- und Niddertal gründeten sie vom Ende des 3. bis Ausgang des 4. Jahrhunderts eine Reihe von Orten, die heute alle mit "-stadt" enden, also Altenstadt, Erbstadt, Bönstadt, Leustadt, Ranstadt, Ober- und Nieder-Mockstadt, Ober- und Nieder-Florstadt, Staden, Wickstadt, Ilbenstadt.

Die Herrschaft der Allemannen wurde im 6. Jahrhundert durch die Franken abgelöst. Sie legten einen Kranz von Siedlungen um den Glauberg an, dessen Ortsnamen zunächst alle auf "-heim" enden. Diese "-heim-Namen" lassen sich in zwei Schichten gliedern, in eine ältere Schicht mit genetivischen Personennamen zur "-heim-Endung", wie eben Enzheim ( Answinosheim, Heim des Answino) und in eine jüngere Schicht "unechter" -heim Namen, einem ungebeugten Sachnamen mit -heim-Endung wie Lindheim oder Stockheim. Zur älteren Schicht gehören neben Enzheim (Answinosheim) auch Bohmmeersheim (Botmarsheim, heute eine Wüstung bei Hainchen) und Düdelsheim (Tutilesheim), zur jüngeren Schicht Stockheim, Heegheim, Lindheim und auch Bergheim. In einer dritten Siedlungsperiode wurde ein Kranz von Orten um den Glauberg gelegt, deren Namen mit "-bach" enden, so Rodenbach, Rohrbach, Himbach, Calbach, Aulendiebach, Bleichenbach, Wippenbach, Effolderbach, Lorbach und Diebach am Haag. Ein letzter Ring mit Ortsnamen, die auf "-hausen" enden, schließt die fränkische Besiedlung ab. Zu jenen Orten zählen: Oppelshausen, Rommelhausen, Eckartshausen, Orleshausen, Schwickartshausen, Bobenhausen, Wallernhausen. Aus dieser Anordnung der Ortsnamen ist deutlich eine geplante Siedlungsstruktur zu erkennen, wobei die zonenweise Abfolge von -heim zu -bach und hausen-Orten den sicheren Schluss zulässt, dass sie nacheinander entstanden sind. Da die älteren -heim-Orte im 6. Jahrhundert, die jüngeren -heim-Orte im 7. Jahrhundert entstanden sind, müssen die -bach- und -hausen-Orte im 8. und 9. Jahrhundert gegründet worden sein.