![]() |
Helmut-Eifert-Heim........... |
|
In den Jahren von 1927 bis 1972 war das kirchliche Leben Enzheims geprägt von dem evangelischen Jugendheim neben der Zehntscheune. 1927 baute Wilhelm Eifert sein Elternhaus zu einem Jugendheim um. Besonders Jugendgruppen der Ev. Jugend Hanau und Ev. Jugend Gießen belegten dieses Heim mit Ferienfreizeiten. Viele Jugendgruppen feierten dann in der kleinen Enzheimer Kirche ihre Gottesdienste. Während des dritten Reiches wurden für die Ev. Jugendleiter in Enzheim Fortbildungsseminare durchgeführt, auch wenn sie den Schikanen des NS-Staates ausgesetzt waren. Jeder evangelische Jugendliche, der damals an einem christlichen Jugendlager teilnehmen wollte, mußte sich erst eine Bescheinigung der Hitler-Jugend beschaffen. "Aber dennoch", schreibt Pfarrer Strack, "war Enzheim immer überfüllt. Bei der Bibelarbeit war oft ein Gendarm zur Kontrolle anwesend, und da dieser meist ein Christ war, kamen dann die Gestapo-Beamten selbst dorthin, um diesen christlichen Stützpunkt endlich zu liquidieren." Die Treffen der Jugendlichen wurden unter lächerlichen Gründen schließlich ganz verboten. "Oft hatte die Jugend im Enzheimer Heim nächtliche Treffen abgehalten, und fand auf der Fahrt unerkannt Stützpunkt im Linderheimer Pfarrhaus. Auch die Soldaten, die dem evangelischen Männerwerk angehörten, verbrachten dort ihren Urlaub." Damit das Haus im Kriege nicht beschlagnahmt wurde, nahm Herr Eifert Mieter auf und stellte die Betten dem Roten Kreuz zur Verfügung. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde ein großer Teil des Inventars entwendet. Es hat sieben Jahre gedauert, ehe es die Behörden nach dem Krieg gestatteten, wieder das Heim zu eröffnen. |
Das Eifert-Heim in den fünfziger Jahren |
|
|
Das Haus erhielt den Namen "Helmut-Eifert-Heim"; Helmut hieß der einzige Sohn des Besitzers, der im Krieg nach einer schweren Verwundung verstorben war. Auch in den fünfziger Jahren wurde dieses Haus von christlichen Jugendgruppen für Ferien- oder Konfirmandenfreizeiten genutzt. |
|
|
Nach dem Tod von Wilhelm Eifert wurde leider das Anwesen verkauft. Pfarrer Strack versuchte, die Kirchenverwaltungen in Darmstadt und Kassel dafür zu gewinnen, dieses Haus zu übernehmen, weil es ja für fast zwei Generationen eine Begegnungsstätte geworden war. Aber er hatte keinen Erfolg. So mußte leider die evangelische Jugendarbeit in Enzheim enden. |