Die Zeit der Weltkriege
Es kam 1914 der erste Weltkrieg. Der Pfarrer versuchte in Predigten und Vorträgen, die Gemeinde für die große Aufgabe des Krieges zu begeistern. Dies wird besonders deutlich, als 1917 verfügt wurde, dass die Kirchengemeinden ihre Glocken abzugeben hätten. In einer Abschiedspredigt verherrlichte er geradezu dieses "Opfer der Glocke". Am Montag, den 8. Oktober 1917 wurde die kleine Glocke der Enzheimer Kirche abmontiert und auf einem Wagen nach Lindheim gefahren. Einen Tag später wurde die große Lindheimer Glocke aus dem Turm geholt. Vor ihrer Abfahrt nach Altenstadt wurden sie vor der Lindheimer Kirche noch einmal fotografiert. Ein weiteres Opfer musste die Enzheimer Kirchengemeinde erbringen, indem sie ihre zinnernen Orgelpfeifen abliefern musste.  

 

Es kam die schwere Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Trotzdem wurde 1928 eine neue Glocke gekauft. Die Glockengießerei Gebrüder Rincker aus Sinn hat sie gegossen. Ihr Gewicht betrug 150 Kilogramm, sie hatte den Ton "f", sie kostete 703 Reichsmark. Am 15. Oktober wurde sie im feierlichen Zug vom Bahnhof abgeholt. Kirchenvorstand, Schulkinder und Gemeindeglieder waren dabei, als sie auf einen Wagen geladen und zur Enzheimer Kirche gefahren wurde. Pfarrer Bär hielt an der Kirche eine kurze Ansprache. Am Sonntag, dem 21. Oktober wurde sie in einem feierlichen Gottesdienst geweiht. Pfarrer Bär predigte über ihre Inschrift: "Die alte starb für Deutschlands Wehr, die neue klingt zu Gottes Ehr. "

Doch bereits zwei Jahre später begann der zweite Weltkrieg und die kirchliche Arbeit wurde durch die NSDAP sehr behindert.1942 wurden die Glocken wieder beschlagnahmt und abgeholt